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PNF-Symposium 2010

Beruf und Bildung

Die Entwicklung des Berufs Physiotherapeut

Apparaturen, wie sie in der "Frankfurter Bewegungsschule" zum Einsatz kamen.
Quelle: Krankengymnastik (KG) 45 (1993) Nr. 10

Ein Heilberuf im Wandel der Zeit

Die Physiotherapie als Heilmittel ist so alt wie die Heilkunde. Aus der Antike und von Naturvölkern her sind Bewegungen, Massagen, Wärmeanwendungen und Bäder als Mittel zur Linderung der Beschwerden bekannt. Reisende Ärzte, Heilkünstler und Bader des Mittelalters nutzten die Methoden ebenso wie Medizinmänner der Ureinwohner Afrikas oder Südamerikas zur natürlichen Behandlung ihrer Patienten.

 

Junger Berufsstand

Zwar sind die Maßnahmen der Physiotherapie so alt wie die Heilkunst, der Berufsstand aber ist noch relativ jung. Krankengymnasten tauchen erstmals im Schrifttum des Berliner Arztes Dr. Albert C. Neumann auf, der Mitte des 19. Jahrhunderts Gymnastinnen ausbildete. Der Bedarf an Behandlung wuchs sprunghaft, als verletzte und körperbehinderte Soldaten aus dem Krieg von 1870/71 zurückkehrten. Hinzu kamen die Opfer von Arbeitsunfällen im Gefolge der raschen Industrialisierung. Was von den Ärzten nicht mehr bewältigt werden konnte, leisteten nun die Krankengymnasten in ihrem neuen Beruf.

Immerhin dauerte es bis zur Jahrhundertwende, bis die "Kieler Lehranstalt für Heilgymnastik" als erste Institution mit staatlicher Anerkennung eröffnet wurde. Nach diesem Durchbruch wuchs der Bedarf weiter: Kriegsverletzte aus dem 1. Weltkrieg, und die ersten Unfallopfer des Straßenverkehrs suchten Hilfe bei Physiotherapeuten. 1919 wurde in Dresden ein weiteres Lehrinstitut, die "Sächsische Staatsanstalt für Krankengymnastik und Massage", gegründet.

 

Weitere medizinische Fachgebiete

In den nachfolgenden Jahrzehnten wandte sich die Physiotherapie außer der ursprünglich orthopädisch-chirurgischen Ausrichtung auch anderen medizinischen Fachgebieten zu: Innere Medizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Nervenheilkunde und schließlich Kinderheilkunde und Psychiatrie.

Die Halbwertzeit des medizinischen Wissens in weitgehend allen Fachgebieten liegt heute unter fünf Jahren: d.h., alle fünf Jahre verdoppelt sich der Wissensstoff. Dies bedeutet, dass auch die Physiotherapeuten ihre Behandlungsmethoden kontinuierlich verfeinern und verbessern.

1994 wurde mit der Novellierung des Berufsgesetzes im wiedervereinigten Deutschland eine einheitliche Ausbildung geschaffen und gleichzeitig die Berufsbezeichnung Krankengymnast durch die international übliche Bezeichnung Physiotherapeut ersetzt.

Neue Tätigkeitsfelder

  • Dienstleistung
  • Lehre, Forschung, Entwicklung
  • Management

Um den gestiegenen Anforderungen an Theorie und Praxis des physiotherapeutischen Berufes gerecht zu werden, ist es zu begrüßen, dass -zusätzlich zu Verbesserungen in der Ausbildung- auch die akademische Qualifizierung für Physiotherapeuten in Deutschland seit einigen Jahren auf den Weg gekommen ist. Lesen Sie hierzu auf unserer Internetseite weiter unter "Studium".

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